Die Bahn schenkt uns in diesem Jahr wirklich wieder gar nichts. Abgesehen von der vielleicht schönsten Nicht-Kaufempfehlung des Jahres. Am 20. Dezember riet die Bahn nämlich von Reisen mit dem Zug ab. Wozu das? Wollen die Bahnmanager endlich eine emotionale Übereinstimmung mit den Kunden zu erzielen? Das könnte zwar ansatzweise gelungen sein, wir raten aber trotz allem, die Idee weiterzuentwickeln. Wenn alle, wirklich alle Reisewilligen einfach daheim blieben – was sparte das für Kosten, Material, Kohlendioxid. Nicht auszudenken. Der Klimawandel wäre gestoppt, und noch besser: Die Bahn könnte keine Verluste mehr einfahren und wäre börsenreif.
Um die emotionale Übereinstimmung scheint es anderen Menschen Ende des großen Jammerjahres 2010 ebenso gegangen zu sein. Ganz groß im Kommen ist dabei das Geschenk, das zum Namen des Schenkenden passt. Wir beobachteten beispielsweise Böhmers Baumkuchen, den unser Ministerpräsident den darbenden Afghanistan-Armisten womöglich als Opiumersatz mitbrachte, Guttenbergs Gattin, die der Märchenprinz der deutschen Narkosepolitik zur Erbauung nämlicher Männer am Hindukusch vorzeigte. Aber das ist noch nicht alles. Auch in Magdeburgs Mitte greift dieses Schema: Trümpers Tunnel wird zwar später gebaut als angekündigt, ist aber dann eine tolle Erleichterung für alle Autofahrer, von denen es künftig immer mehr geben dürfte. Wenn die Bahn so weitermacht. Siehe oben. Und wo die mutigen Männer sich im Osten der Röhre nach rasanter Reise durchs Dunkel aus der Erde erheben, fällt ihr begeisterter Blick auf Köppes Kirche. Alles geschenkt. Dem Gedächtnis wird per Alliteration geholfen. Wir sind jedenfalls sicher, dass hinter dieser magischen Masche System steckt.
Nun, zu guter Letzt müssen wir unseren Sportsfreunden in Halle an der Saale noch einen einschenken. In der großen, großen Stadt hat man Anfang Dezember allen Handballfreunden die Halleschen Handballregeln geschenkt. Die Mitteldeutsche Zeitung reportierte im Sportteil (sic!) folgende Begebenheit aus einem Spiel des SC Magdeburg: „ Der Hannoveraner Jacek Bedzikowski wurde in der 45. Minute nach einem Foul an Weber von der Partie ausgeschlossen. Von diesem Zeitpunkt an mussten die Gäste bis zum Schluss in Unterzahl spielen.“ Tja, wäre es Fußball gewesen! Im Handball gilt aber: Ein Spiel dauert sechzig Minuten. Eine rote Karte führt zu einem zweiminütigem Unterzahlspiel. Der Rotsünder bleibt draußen, ein anderer Spieler nimmt nach der Zweiminutenstrafe seinen Platz ein. Solche Feinheiten muss ein Sportredakteur heutzutage wirklich nicht mehr wissen. (Liebe Magdeburger, Ihr brauchtet diese Erklärung nicht, schon klar. Aber vielleicht lesen Hallenser heimlich mit? Es gibt ja jetzt alles bei Wikileaks.)
Haben Sie etwa irgendwelche Qualifikationen? Die können Sie sich schenken, meint
federgeistchen
vieleicht wäre ein wenig mehr biss hilfreich, falls noch zähne vorhanden sind-))))
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